Samstag, 27. September 2014

Scrollwork Cable Hat


Letztens bin ich für ein paar Tage nach Frankfurt gefahren und habe für diese Tage ein Strickprojekt gebraucht, welches mal nicht Socken sind. Meine Wahl fiel auf den Scrollwork Cable Hat  von Irina Dmitrieva und graue Alpacawolle, von der ich vor Monaten mal zwei Knäuel erstanden habe.

Die ersten paar Zentimeter habe ich mit einer 80cm-Rundstricknadel gestrickt, was definitiv keine gute Idee war, die Nadel war natürlich viel zu groß und das hat die Mütze unten ganz schön gedehnt. In habe ich mir dann eine 40cm-Rundstricknadel besorgt, mit der ging mir die Mütze sehr schnell von der Hand. Das Zopfstrickmuster hat mich die ersten paar Reihen noch ganz schön gefordert, insbesondere, weil das Muster auf Englisch ist und ich mit Bezeichnungen wie "p2tog" nicht viel habe anfangen können. Zum Glück wird alles genau erklärt, und mit ein bisschen Hilfe von Onkel Google habe ich es dann geschafft. Die vielen Zöpfe sind wirklich sehr raffiniert angeordnet und lassen das Projekt nicht langweilig werden - was für ein Unterschied zu all den Socken!


Am besten gefällt mir der Blick von oben auf die Mütze drauf, die "Blätter" sind ein gelungener Abschluss für das komplizierte Zopfmuster. Zum Glück bin ich nicht so groß, so wird man den Blick von oben auch genießen können ;)


Als ich alles fertig hatte, wollte ich mir die Mütze endlich über die Ohren ziehen, doch Fehlanzeige. Entweder ich habe einen sehr großen Kopf oder die Mütze ist einen Ticken zu klein geraten. Da ich noch mehr als genug Wolle übrig habe, werde ich die Mütze auf einer langen Zugfahrt wohl einfach noch einmal stricken und das Zopfmuster dabei etwas verlängern. Mützen kann man ja auch nicht genug haben und ich brauche auf jeden Fall noch eine gestrickte Mütze mit einem kuschligen Vliesfutter, damit mir im Winter nicht die Ohren abfallen.

Und ja, ich weiß, das Thermometer zeigt über 15 Grad an .. aber abends ist es wirklich schon frisch, da könnte man fast schon wieder eine Mütze anziehen! September ist nicht zu früh, um mit Wintersachen anzufangen ;)


Übrigens heißt "p2tog" "purl two together" - zwei Maschen links zusammenstricken. Jetzt muss man sich das nur noch für's nächste Mal merken ...

Viele Grüße,
Mara

Donnerstag, 25. September 2014

Reisenähset mit Tomaten


Heute geht es weiter mit genähten Reiseutensilien, wie könnte es auch anders sein? Denn natürlich nehme ich nicht nur mein Reisekissen überallhin mit, sondern auch diverse Taschen, Täschchen und Beutel und natürlich auch selbstgenähte Kleidung. Ganz wichtig für mich auf Reisen ist im Bezug auf Nähen ein Reisenähset gewesen. Schon vor einiger Zeit hatte ich ein Tutorial von lotsofpinkhere! im Auge, und irgendwie musste man ja diesen einen Rest Tomatenstoff verwenden! (Die Alternative wäre, ihn einfach nur im Schrank schön zu finden, wie so viele andere Stoffe.)


Ich habe mich außer dem Tomatenstoff noch für einen blauen Stoff mit weißen Punkten (Punkte gehen IMMER!) für das Binding entschieden und einen weiß-türkisen Streichelstoff für innen, beides die letzten Reste vom diesjährigen Frühlingsstoffmarkt. Zusammen mit meiner türkisen Stickschere ergibt das ein ganz zauberhaftes Bild.


Im Englandurlaub habe ich mich ja ausführlich mit English Paper Piecing beschäftigt, da war das Mäppchen perfekt für - auch wenn es irgendwann fast aus den Nähten geplatzt ist, weil ich dann doch produktiver war als gedacht. Aber besser so als andersrum, oder?


Meine fast leere Spule Aurifil-Garn passt perfekt auf den Garnhalter und das Garn rollt auch sehr gut ab. Mehr als weißen Faden brauche ich sowieso nicht unterwegs. Wer allerdings noch Platz bräuchte, könnte auf der anderen Seite sicher noch einen Garnhalter (der übrigens mit einem Klettverschluss zu öffnen ist) einbauen.


Trotz meiner neu entdeckten Liebe zur Handnäherei bleibe ich übrigens meiner Maschine treu - was für eine Zeitersparnis! Auch wenn ich zurzeit leider nicht so zum Nähen komme, sondern reisebedingt eher zum Stricken - ich ziehe nämlich nächste Woche einmal quer durch die ganze Republik für mein Studium.


Da dieses Mäppchen ganz für mich ist, wandert es jetzt auch zu RUMS!

Viele Grüße,
Mara

Freitag, 19. September 2014

English Paper Piecing in England

Für meinen Urlaub wollte ich außer einem Strickprojekt auch noch etwas zum Handnähen mitnehmen, und meine Wahl fiel durch die Unterstützung meiner lieben Nähfreundinnen aufs sogenannte "English Paper Piecing" oder kurz auch EPP. Auf Deutsch heißt das ganze "Lieseln", aber da ich davon bisher immer nur in englischen Blogs gelesen habe, bleibe ich beim englischen Namen.


EPP ist eine sehr alte Form des Patchworks. Früher, als es noch keine Nähmaschinen gab oder diese schlicht und einfach nicht erschwinglich waren, benutzte man diese Methode, um trotzdem akkurate Quilts mit vielfältigen geometrischen Formen herzustellen. Mögliche Formen sind dabei Rauten, gleichseitige Dreiecke und Fünfecke, vor allem aber Sechsecke, sogenannte Hexagons oder Hexies. 

Sobald man das Prinzip einmal verstanden hat, sind Hexies einfach toll! Die ganze Handnäherei hat etwas Meditatives und ich verspüre richtige Ehrfurcht vor jedem, der einen ganzen Quilt mit der EPP-Methode herstellt, unglaublich, diese Präzision, die Geduld, die Hingabe!


Bei mir hat es nur für ein kleines Stück gereicht - bisher. Denn natürlich habe ich mich mit dem EPP-Virus angesteckt und finde es ein bisschen schade, dass ich im normalen Alltag keine Zeit finde, mich mal für eine Stunde hinzusetzen und ganz in Ruhe zu nähen. Ich habe aber Lust auf viele, viele bunte Muster mit Hexies, Fünfecken und anderen tollen Formen, im Moment ist die Farbe ja recht eintönig, aber das hat auch seinen Grund (dazu wann anders mehr). Denn was genau aus diesen Hexies wird, ist schon längst klar!


Viele Grüße und happy stitching! Mara

Mittwoch, 17. September 2014

Ein junges Ding und ihr Kissen


Hallo ihr Lieben!

Ich reise relativ viel - zwar meistens nur innerhalb Deutschlands, aber ich verbringe dennoch nicht wenig Zeit in Zügen (oder auch an Bahnhöfen, wenn besagte Züge sich etwas mehr Zeit lassen). Es macht mir Spaß, unterwegs zu sein und lange Fahrtzeiten machen mir auch überhaupt nichts aus, ich kann ja stricken. Das führt auch regelmäßig zu tollen Gesprächen: Anscheinend sind strickende Menschen unter 65 ein Phänomen! O-Ton: "Sie stricken ja!" oder "Das sieht man nun ja auch nicht mehr häufig heutzutage, so ein junges Ding am stricken!" Ja, das junge Ding strickt sogar sehr, sehr gerne. Aber ich schweife ab, es soll heute nämlich eigentlich ums Schlafen gehen und eben nicht ums Stricken.


Denn so gerne ich meine Hände während langer Fahrten beschäftige, das Ruckeln von Zügen (oder noch schlimmer, Bussen!) hat eine einschläfernde Wirkung auf mich. Wie viele Male ich schon aufgewacht bin, weil mein Kopf unsanft gegen Zug- oder Busfenster gefallen ist, weiß ich nicht, aber das passiert mir nicht mehr. Denn das junge Ding strickt nämlich nicht nur, es näht auch noch! (Ihr merkt, mir gefällt die Bezeichnung "junges Ding" ...)


Und so entstand ein Kissenbezug speziell für meine Reisen quer durch Deutschland. Zugegebenermaßen, eigentlich ist es ein stinknormaler Kissenbezug, essentiell sind aber die beiden unterschiedlichen Seiten.


Die Vorderseite besteht aus klassischem Patchwork mit zwei Rändern, der rote Rand bringt meiner Meinung nach nochmal schön Farbe rein. Gequiltet habe ich nur schnöde, gerade Linien, das reicht aber auch. Hier kamen mal wieder Stoffreste zum Einsatz, da kommt man sich gleich ein bisschen sparsam vor.


Die Rückseite ist ein fester, grauer Stoff aus dem IKEA und darf so auch mal dreckig werden und an Zugfenster oder (wie letztes Wochenende) auf den Boden am Flughafen gelegt werden. Leider vertrugen sich der Stoff und der Rollsaum, den ich mit meinem Rollsaumfuß gezaubert habe (ernsthaft, dieses Nähfüßchen bringt mich immer wieder ins Schwärmen) nur bis zur ersten Wäsche und so franst die Rückseite jetzt leicht aus. Aber es ist ja sowieso die Rückseite, da lass ich jetzt mal fünfe gerade sein.


Viele liebe Grüße vom jungen Ding!

Donnerstag, 11. September 2014

Super Tote von noodlehead


Anna von noodlehead hat ja viele geniale Taschenschnitte - ihre Poolside Tote habe ich hier schon einmal genäht und meinen Divided Basket liebe ich weiterhin heiß und innig. Über ihre "Super Tote" habe ich viel Gutes gelesen und so war klar, dass auch ich das gute Stück würde ausprobieren müssen. Während meines 5-Tage-Nähmarathons entstand so nicht nur ein Quilt, sondern eben auch diese Tasche, die, kaum war sie fertig unter der Nähmaschine hervorgeschlupft, gleich zum Praxistest nach Frankfurt mitgenommen wurde. Was soll ich sagen? Sie hat ihn bravourös bestanden!


Die Fronttasche ist ideal für all das, was man so ständig braucht: Handy, Schlüssel, Geldbeutel, Notizblock, Kuli, Tempotaschentücher. Sie wird durch einen Magnetverschluss geschlossen. Anfangs hatte ich Sorge, dass das so für Diebe ein leichtes Spiel sein könnte, aber dadurch, dass man die Tasche ja unterm Arm trägt und die Fronttasche außerdem sehr tief ist, bereitet mir die Fronttasche keine Kopfzerbrechen mehr. Und in die orangefarbene Paspel bin ich ganz verliebt - übrigens das erste Mal, dass ich mit einer Paspel gearbeitet habe!



Innen sorgen vier Innentaschen für genau die Ordnung, die ich brauche und so oft schmerzlich vermisse - Trinkflasche, Bürste, Strickzeug, Äpfel und Schal (ja, offiziell haben wir noch Sommer .. aber Schals kann man ja trotzdem tragen) haben ihren Platz und fahren nicht in der Tasche herum.


Der Reißverschluss ist wahrhaft genial eingebaut: Wenn er geöffnet ist, klappt er einfach unten um und ist nicht im Weg, geschlossen jedoch hält er durch seine Länge dicht.



Mein Lieblingsdetail ist allerdings definitiv der Abnäher oben an der Tasche: Er sieht nicht nur professionell aus, sondern macht es auch möglich, dass man tief drin durchaus ein ganzes Kissen verstauen kann (das habe ich natürlich ausprobiert ... keine Bahnfahrt ohne Kissen!), die Tasche aber trotzdem noch perfekt unterm Arm tragen kann.


Die verwendeten Stoffe machen mich beim puren Anschauen ganz glücklich, sind diese Einmachgläser nicht toll? Allerdings habe ich vor lauter Angst, die Tasche dreckig zu machen, sie die meiste Zeit auf dem Schoß behalten ... aber diese Angst lege ich, so wie ich mich kenne, wahrscheinlich bald ab.



Und weil diese Tasche ganz alleine für mich ist, ist das gleichzeitig mein erster RUMS-Beitrag - vorausgesetzt, ich kriege das mit der Verlinkung hin.

Viele Grüße,
Mara

Montag, 8. September 2014

Kaleidoskop-Quilt

 

Letzte Woche hatte ich ganze fünf Tage (fast) nur zum Nähen - und die habe ich genutzt. Herausgekommen sind ein Kleid, ein T-Shirt, eine Tasche und mehrere sonstige Kleinteile, vor allem aber: Ein Quilt!


Auf der Suche nach einem Muster, was nicht zu aufwändig zu Nähen ist und trotzdem raffiniert aussieht, bin ich auf den "Summer Slice Quilt" von Cluck Cluck Sew gestoßen. Auf dem leider nicht ganz reibungslos verlaufenen Rückweg vom Urlaub (nie wieder Ryanair ...) habe ich mich dann mit verschiedenen Farbkombinationen abgelenkt. Nicht einfach, wenn man nur einen blauen Kuli dabei hat und sich mit verschiedenfarbigen Prospekten, Zetteln und Krimskrams behelfen muss, um sich die Kombination lebhaft vorzustellen. Irgendwann war dann aber klar, dass ich einen Quilt in roten, grünen, blauen und hellen Stoffen machen will. 


Den Großteil der Stoffe hatte ich schon vorrätig, und ich konnte endlich ein paar meiner Stoffreste verarbeiten, die zu klein sind, um noch etwas "richtiges" mit ihnen anzufangen. (Wegschmeißen kommt natürlich trotzdem nicht in Frage!) Und so sind einige Stoffschätze verwendet worden, die mich beim Anblick des Quilts an andere Projekte erinnern.


Im Tutorial wird empfohlen, alle Stoffe mit Sprühstärke vorzubehandeln, da mit diagonalen Säumen gearbeitet wird und Stoffe sich so schnell verziehen können. Das habe ich auch getan, mit dem Ergebnis, dass ich zweieinhalb Stunden damit verbracht habe, mein Bügeleisen zu reinigen. Zwar war die Textur der Stoffe danach so, dass man sie tatsächlich akkurater zu Dreiecken verarbeiten konnte, aber ob sich der Aufwand gelohnt hat, dessen bin ich mir noch nicht sicher - vor allem, weil ich die Blöcke danach trotzdem nochmal genau auf 7 mal 7 Inch zuschneiden musste, damit nicht alles krumm und schief wurde. Ein paar Nähte passen tatsächlich recht genau aufeinander!


Wie schon erwähnt, hatte ich nur fünf Tage Zeit, den Quilt fertig zu stellen - ein durchaus ambitionierter Zeitplan. Als ich mich dann ans Quilten machen wollte, habe ich mich nach zehn Minuten gekringeltem Freihandquilten doch für gerade Linien entschieden, um die geometrischen Formen des Quilt besser in Szene zu setzen. Auftritt Nahttrenner! Das nächste Mal überlege ich mir das vorher, für das, was ich davor in zehn Minuten gequiltet hatte, brauchte ich über zwei Stunden zum Auftrennen. Aber irgendwann um ein Uhr nachts waren dann alle Kringel verschwunden und einfache Linien zierten den Quilt. 


Für's Binding wollte ich etwas, was dem Quilt einen Rahmen gibt, und nichts, was zu aufgeregt oder quirlig ist. Von einem Divided Basket hatte ich noch blauen Baumwollstoff vorrätig, nur leider nicht in bindingfreundlichen Formaten. Deswegen besteht das Binding auch aus sage und schreibe 18 (!) einzelnen Stoffstreifen, die teilweise nur fünfzehn Zentimeter lang sind. Weil ich nicht genügend blauen Stoff hatte Als kleines Detail habe ich eine Ecke mit einem hellblauen, dezent gemusterten Stoff eingefasst. Das Binding ist aus Zeitmangel komplett mit der Maschine erledigt worden und Gott sei Dank ohne Probleme mit der Fadenspannung verlaufen - auf der Rückseite des Quilts ist die Naht weiß und auf der Vorderseite blau, ohne dass kleine Pünktchen weiß oder blau durchblitzen. Hurra!



Das Muster und die vielen verschiedenen Stoffe haben mich an ein Kaleidoskop erinnert, deswegen habe ich den Quilt auch so genannt. Den Beschenkten hat er jedenfalls gefallen :)


Viele Grüße,
Mara

Mittwoch, 3. September 2014

Mein Strickzeug auf Reisen


Nach zwei Wochen Urlaub in England bin auch ich wieder im Lande. Natürlich habe ich nicht meine Nähmaschine mit zum Wandern genommen - ich hab sie ja schon arg gern, meine Maschine, aber quer durch Devon und Cornwall muss ich sie nicht tragen. Dafür ging mein Strickzeug mit mir auf Reisen und ich habe mich ausführlich der Fertigstellung der Socken beschäftigt, die man hier schon auf ein paar Bildern erspähen kann.


Da es dann leider doch recht frisch wurde und es meine Freundin weiter nach Schottland zieht, wo es natürlich noch kälter ist, wurden die Socken gleich angezogen, weswegen es auch nur Tragefotos gibt. Aber so wurden sie eben gleich einem Praxistest unterzogen und den haben sie auch bestanden.


Das nächste Strickprojekt ist allerdings auch schon wieder auf den Nadeln - herbstliches Wetter ist ja auch hierzulande schon nichts Unbekanntes mehr und da braucht man Stulpen, Mützen und natürlich vor allem Wollsocken!

Viele Grüße, Mara